Äquation der Zeit   |   Zeitgleichung


Die Zeitgleichung oder Äquation der Zeit bezeichnet die Differenz zwischen der wahren Sonnenzeit und der mittleren Sonnenzeit.

Die wahre Sonnenzeit basiert auf dem tatsächlichen Stand der Sonne am Himmel, also dem Moment, wenn die Sonne mittags genau im Süden steht. Diese Zeit ist jedoch nicht konstant, weil die Erde sich auf einer elliptischen Bahn um die Sonne bewegt und ihre Rotationsachse geneigt ist. Dadurch schwankt der wahre Sonnentag im Laufe des Jahres – er ist mal etwas länger, mal etwas kürzer als der durchschnittliche Tag.

Die mittlere Sonnenzeit hingegen ist ein künstlich definierter Durchschnitt, bei dem ein fiktiver „mittlerer“ Sonnenstand verwendet wird, der sich gleichmäßig über das Jahr bewegt. Diese Zeit ist die Grundlage für unsere Uhrenzeit, also das, was wir auf normalen mechanischen oder digitalen Uhren sehen.

Die Zeitgleichung beschreibt nun die Abweichung zwischen diesen beiden Zeitformen. An manchen Tagen geht die wahre Sonne bis zu etwa 16 Minuten vor oder nach der mittleren Sonnenzeit auf oder unter. Hochwertige mechanische Uhren mit dieser Komplikation zeigen also nicht nur die normale Uhrzeit an, sondern auch, wie sehr diese gerade von der tatsächlichen Sonnenzeit abweicht – ein Ausdruck mechanischer Raffinesse und astronomischer Genauigkeit.


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