Fullset
Der Begriff „Fullset“ bedeutet, dass eine Uhr nicht nur allein verkauft oder gesammelt wird, sondern zusammen mit allem, was ursprünglich beim Kauf im Lieferumfang enthalten war. Dazu gehören in der Regel die Boxen – meist eine innere und eine äußere –, die Garantiekarte oder das Zertifikat, Bedienungsanleitungen, Hangtags und manchmal sogar Belege oder Broschüren, die damals beigelegt wurden. Ein echtes Fullset ist also eine Art Zeitkapsel, die den Auslieferungszustand so vollständig wie möglich widerspiegelt.
Sammler legen viel Wert darauf, weil ein vollständiges Set die Authentizität untermauert und die Uhr damit interessanter und wertstabiler macht. Gerade bei begehrten Marken wie Tudor, Rolex oder Omega kann der Unterschied im Marktwert erheblich sein, wenn die Uhr ohne Unterlagen oder Boxen angeboten wird. Allerdings ist nicht jedes Fullset gleich – je nach Baujahr waren die Beigaben unterschiedlich, und manchmal spielt es auch eine Rolle, ob die Dokumente auf den Erstkäufer ausgestellt sind oder ob Rechnungen von Konzessionären beiliegt.
Wichtig ist auch, dass die Originalität der Teile überprüfbar ist. Es gibt inzwischen Fälschungen von Boxen und Papieren, weshalb Sammler nicht nur auf das Vorhandensein achten, sondern auch auf Details wie Schriftarten, Stempel, Hologramme oder Seriennummern. Wer sich für ein Fullset interessiert, sollte also ein geschultes Auge haben oder auf seriöse Händler setzen.
Ob sich ein Fullset lohnt, hängt stark davon ab, in welchem Zusammenhang du eine Uhr kaufst oder sammelst. Bei modernen Luxusuhren spielt es eine große Rolle, weil viele Käufer heute gezielt nach komplettem Zubehör suchen. Eine Rolex oder Omega, die inklusive aller Papiere und Boxen kommt, ist auf dem Sekundärmarkt deutlich gefragter und kann mehrere Tausend Euro mehr kosten als ein sogenanntes „Watch only“-Angebot. Hier ist das Fullset also ein klares Plus, wenn du auf Werterhalt oder Wiederverkauf schielst.
Bei Vintage-Uhren sieht das differenzierter aus. Viele Stücke aus den 50er oder 60er Jahren sind schlichtweg selten mit vollständigem Zubehör erhalten geblieben, weil Käufer damals nicht daran dachten, alles aufzubewahren. Dort steht die Originalität der Uhr selbst im Vordergrund – Zifferblatt, Zeiger, Gehäuse und Werk sind entscheidender als die Frage, ob die Garantiekarte noch vorhanden ist. Hat ein Sammler allerdings das Glück, eine Vintage-Uhr mit Box, Papieren und vielleicht sogar Kaufquittung zu finden, steigert das den Sammlerwert enorm.
Persönliche Motivation spielt ebenfalls eine Rolle. Manche kaufen eine Uhr, um sie zu tragen und lange Freude daran zu haben, unabhängig vom Zubehör. Dann ist ein Fullset eher ein netter Bonus, aber kein Muss. Wer aber sammelt oder gezielt in Uhren als Wertanlage investiert, sollte ein Fullset immer bevorzugen, weil es die Uhr dokumentiert, absichert und langfristig am Markt attraktiver macht.
