Retrograde


Eine retrograde Anzeige in einer Armbanduhr ist eine besondere Darstellungsform, bei der ein Zeiger nicht wie üblich einen vollen Kreis beschreibt, sondern nur einen bestimmten Sektor des Zifferblattes abfährt. Wenn der Zeiger das Ende seiner Skala erreicht hat, springt er blitzartig in seine Ausgangsposition zurück und beginnt von vorn. Diese Technik wird oft bei Datumsanzeigen, Wochentagen oder auch bei Minuten- und Stundenanzeigen eingesetzt.

Das Besondere an dieser Komplikation ist die Art, wie sie das Zifferblatt gestaltet. Sie ermöglicht ungewöhnliche Designs, da die Anzeige nicht rund, sondern halbkreisförmig, bogenförmig oder sogar linear verlaufen kann. Technisch verlangt sie nach einem ausgeklügelten Federsystem, das die Rückstellung des Zeigers präzise und kraftvoll durchführt, ohne die restliche Mechanik zu beeinträchtigen.

Für den Träger bedeutet eine retrograde Anzeige vor allem ein ästhetisches und spielerisches Erlebnis. Sie bringt Bewegung ins Zifferblatt und hebt sich deutlich von der klassischen Darstellung ab. Allerdings erfordert diese Technik eine sehr präzise Justierung, weshalb sie meist in hochwertigen Uhren zu finden ist. Der Reiz liegt darin, dass Funktion und Gestaltung auf ungewöhnliche Weise miteinander verbunden werden und die Uhr dadurch eine eigene, lebendige Dynamik erhält.


Wikipedia:  Retrograde UhrLINK

Komplikation mit zwei zusätzlichen Sekundenblättern (kleine 142°-Sektoren): Nachdem der rechte Zeiger rückläufig die Sekunden von 0 bis 30 durchgezählt hat, springt er zurück auf 0 und der zweite Sekundenzeiger startet zugleich von seiner Ruheposition bei Sekunde 30, um bis 60 zu laufen. Im Uhrzeigersinn laufen hingegen Minute und Sekunde am kleinen hochgesetzten Blatt sowie alle drei Zeigertypen einer getrennt.
Bildquelle Markus Holdermann von Holdermann & Sohn einstellbaren, großen zentralen Zeitanzeige mit Fünftelsekunden-Teilung. Retrograph, Holdermann & Sohn, Tübingen