Rotor


Der Rotor ist das zentrale Bauteil einer Automatikuhr, das für das automatische Aufziehen des Uhrwerks sorgt. Er handelt sich dabei um ein halbkreisförmiges Metallgewicht, das frei auf einer Achse im Inneren der Uhr gelagert ist. Sobald die Uhr am Handgelenk getragen wird und der Arm sich bewegt, beginnt der Rotor durch die Schwerkraft zu schwingen oder zu rotieren. Diese Bewegungsenergie wird über ein ausgeklügeltes System von Zahnrädern und Kupplungen an die Aufzugsfeder – auch Zugfeder genannt – weitergegeben.

Die Zugfeder speichert die auf diese Weise gewonnene Energie, die dann schrittweise an das Uhrwerk abgegeben wird, um das gleichmäßige Ticken sicherzustellen. Dadurch zieht sich die Uhr praktisch „selbst“ auf, solange sie regelmäßig getragen wird. Ein Vorteil ist, dass kein tägliches manuelles Aufziehen notwendig ist. Lässt man die Uhr jedoch längere Zeit ungetragen liegen, bleibt sie stehen, da der Rotor nur durch Bewegung aktiviert wird.

Optisch ist der Rotor oft durch einen Glasboden sichtbar. Je nach Uhrmachertradition kann er schlicht gehalten oder reich verziert und skelettiert sein – manchmal wird er sogar als Gestaltungselement mit Markenschriftzug oder Gravuren genutzt.


Rückseite einer Automatik-Uhr ETA - Kaliber 2824-2 mit eher schlicht gehaltenem Rotor.
Bildquelle: JPR