Thermoline


Bei ETA-Armbanduhrwerken bezeichnet „Thermoline“ eine Technologie zur Temperaturkompensation bei Quarzwerken. Sie wurde entwickelt, um die Ganggenauigkeit trotz Temperaturschwankungen deutlich zu verbessern.

Normale Quarzuhren gehen je nach Umgebungstemperatur leicht vor oder nach, weil die Schwingfrequenz des Quarzkristalls temperaturabhängig ist. ETA-Thermoline-Werke messen deshalb die Temperatur elektronisch und korrigieren die Frequenz des Quarzes entsprechend.

Bekannte Merkmale von Thermoline-Werken:

  • sehr hohe Präzision, oft nur wenige Sekunden Abweichung pro Jahr
  • thermokompensierter Quarz
  • meist höherwertige ETA-Quarzkaliber
  • häufig in sogenannten „Chronometer“-Quarzuhren verwendet

Ein bekanntes Beispiel ist das ETA-Kaliber:

  • ETA Thermoline 988.352

Dieses Werk wurde unter anderem in hochwertigen Quarzuhren verschiedener Schweizer Marken eingesetzt.

Thermoline war im Grunde ETAs Antwort auf den Wunsch nach „High Accuracy Quartz“ (HAQ) – also Quarzuhren, die deutlich präziser laufen als Standardwerke.

Zum Vergleich:

  • normales Quarzwerk: etwa ±15 Sekunden pro Monat
  • Thermoline/HAQ: etwa ±10 Sekunden pro Jahr oder besser

Die Technik ähnelt Konzepten anderer Hersteller wie:

  • Citizen mit A660/A010-HAQ-Werken
  • Longines
  • Breitling

Bei ETA findet man die Bezeichnung heute seltener prominent im Marketing, technisch lebt das Prinzip aber in modernen Präzisions-Quarzwerken weiter.