Quarzkrise


Die Quarzkrise bezeichnet eine tiefgreifende Umwälzung in der Uhrenindustrie, die Ende der 1960er Jahre begann und bis in die 1980er Jahre hineinreichte. Ausgelöst wurde sie durch die Einführung von Quarzuhren, die zunächst von japanischen Herstellern wie Seiko auf den Markt gebracht wurden. Diese Uhren nutzten die Schwingungen eines Quarzkristalls zur Zeitmessung und waren dadurch deutlich präziser, zuverlässiger und zugleich viel günstiger herzustellen als die bis dahin dominierenden mechanischen Uhren.

Für die etablierten Uhrenländer, insbesondere die Schweiz und auch Deutschland, bedeutete das einen massiven Einbruch, weil ihre jahrzehntelang aufgebaute Kompetenz in der Mechanik plötzlich an Wert verlor. Zahlreiche traditionsreiche Marken verschwanden oder mussten fusionieren, während japanische Anbieter wie Seiko und Citizen enorme Marktanteile gewannen.

Erst ab den 1980er Jahren begann sich die mechanische Uhr langsam zu erholen, indem sie zunehmend als Kulturgut, Luxus- und Designobjekt verstanden wurde, während Quarzuhren den Massenmarkt dominierten. Die Quarzkrise markierte damit einen Wendepunkt, an dem die globale Uhrenindustrie grundlegend neu geordnet wurde.


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Die erste kommerzielle Quarzarmbanduhr Seiko-Astron mit Cal. 35A kam Weihnachten 1969 in Tokyo in den Verkauf.
Bildquelle: Deutsches Uhrenmuseum - Eigenes Werk