Ronda R150
Das Kaliber R150 ist das erste moderne mechanische Uhrwerk, das Ronda nach Jahrzehnten reiner Quarzproduktion entwickelt hat. Es wurde 2016 vorgestellt und sollte ein klares Signal sein, dass die Firma auch im Bereich mechanischer Werke wieder mitspielt. Technisch handelt es sich um ein klassisches Automatikkaliber mit zentralem Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger sowie Datumsanzeige. Es arbeitet mit einer Frequenz von 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, hat eine Gangreserve von rund 40 Stunden und nutzt 25 Lagersteine.
In seiner Konzeption ist das R150 so ausgelegt, dass es robust, präzise und zugleich relativ kostengünstig herzustellen ist. Damit positioniert es sich als Konkurrenz zum bekannten ETA-Kaliber 2824-2 oder zum Sellita SW200, die lange Zeit den Markt für erschwingliche Schweizer Automatikwerke dominiert haben. Besonders für unabhängige Marken und kleinere Hersteller ist das R150 interessant, weil es eine gewisse Unabhängigkeit von der Swatch Group bietet, die mit ETA den Markt lange kontrollierte.
Das Kaliber wird „Swiss Made“ produziert, wobei Ronda für die Fertigung auf ihre Standorte in der Schweiz zurückgreift. Zielgruppe sind Marken im mittleren Preissegment, die ein zuverlässiges mechanisches Werk mit Schweizer Herkunft suchen. Manche Beobachter bezeichnen das R150 als wichtigen Baustein für die Vielfalt im Uhrwerksmarkt, auch wenn es sich bislang nicht im gleichen Maß durchgesetzt hat wie die etablierten Konkurrenzkaliber von ETA und Sellita.
Es hat sich herausgestellt, dass das R150 bisher eher selten eingesetzt wird. Ein Beispiel ist die norwegische Marke NOVE, deren Modell Modena Automatic erstmals mit dem R150 vorgestellt wurde und so Aufmerksamkeit als innovatives, neues Schweizer Automatikwerk erzeugte. Auch Orator, die historische Uhrenmarke (über Kickstarter reaktiviert), nutzte das R150 in ihrem Sportsman Modell – damit verbindet sie klassische Gestaltung mit moderner Technik.
Ein weiteres Beispiel liefert LumTec mit ihrem Modell B51: In einer Reddit-Diskussion wird berichtet, der Zeitmesser enthält ein “all new Swiss Ronda R150 automatic movement” mit besonders präziser Regulierung in sechs Lagen sowie Stoßschutzsystem.
Im Bereich unabhängiger oder Microbrands gibt es Interesse, aber keinen breiten Einsatz. So merkt ein Reddit-Nutzer zu einer UK-Marke namens Winton Rawlins, die mit R150 beworben wurde, an, dass das Kaliber als potenzieller Ersatz für das ETA 2824-2/Sellita SW200 gedacht war, sich aber bislang noch nicht weit verbreitet habe.
Andere Berichte etwa aus Indien erwähnen eine Uhr, die das R150 enthält – beschrieben wird sie als ein Geheimtipp mit Swatch-Design und Schweizer Automatikwerk, erworbenen zu einem günstigen Preis.
Zusammengefasst wird das R150 bisher in einigen Nischen- und Microbrand-Uhren eingesetzt, etwa bei NOVE, Orator, LumTec oder weniger bekannten Marken, die auf Schweizer Mechanik in einem moderaten Preissegment setzen. Die Szene diskutiert das Werk als technisch interessant und potenziell attraktiven Ersatz für etablierte Kaliber – aber bislang ist es noch nicht wirklich weit verbreitet.
Bildquelle: Movements for watchbrands - Eigenes Werk
