Wasserdicht | Wasserdichtheitstabelle | Waterproof | Water resistant
Wenn bei Armbanduhren von „wasserdicht“ die Rede ist, ist damit nicht gemeint, dass eine Uhr unter allen Umständen vollkommen gegen Wasser geschützt ist. Gemeint ist vielmehr eine bestimmte Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit, die nach genormten Tests gemessen wird. Üblich ist die Angabe in Metern, Bar oder Atmosphären, wobei ein Wert von beispielsweise 30 Metern nicht bedeutet, dass man mit der Uhr tatsächlich 30 Meter tief tauchen kann. Solche Angaben sind Laborwerte, die unter statischem Druck ermittelt werden und im Alltag anders zu bewerten sind.
Eine Uhr, die lediglich mit 30 Metern oder 3 Bar gekennzeichnet ist, verträgt meist nur Spritzwasser und Regen, aber kein Schwimmen. Ab 50 Metern kann sie in der Regel beim Duschen oder leichten Schwimmen getragen werden, während erst ab etwa 100 Metern oder mehr von wirklicher Eignung zum Schwimmen und Tauchen gesprochen werden kann. Für professionelles Tauchen gelten noch strengere Anforderungen.
Wichtig ist auch, dass Dichtungen mit der Zeit altern und die Wasserdichtigkeit daher regelmäßig überprüft werden sollte, wenn die Uhr im Kontakt mit Wasser getragen wird.
Wasserdichtheitstabelle
| Kennzeichnung | Laborwert | Alltagsbedeutung | Geeignet für |
| 30 m / 3 Bar / 3 ATM | Spritzwasserfest | Kontags mit Regen, Händewaschen und Schweiß | Alltag ohne Eintauchen |
| 50 m / 5 Bar / 5 ATM | Wasserdicht für leichten Druck | Duschen, Baden, oberflächiges Schwimmen | Freizeit ohne Tauchen |
| 100 m / 10 Bar / 10 ATM | Höherer Widerstand | Schwimmen und Schnorcheln | Aktiver Wassersport ohne Tauchen |
| 200 m / 20 Bar / 20 ATM | Sehr hohe Widerstandsfähigkeit | Gerätetauchen in geringen Tiefen | Ambitionierte Wassersportarten |
| Divers 200 m / 300 m / 30 Bar / 30 ATM oder höher | Zertifiziert nach Tauchernorm | Belastbare Taucheruhr | Professionelles Tauchen |
Achtung
Die Meterangaben sind also nicht wörtlich zu nehmen, sondern Ausdruck des getesteten Drucks. Für Taucher ist vor allem der Zusatz „Diver’s“ oder die Angabe nach ISO-Norm entscheidend, da nur dann die Uhr wirklich für längere Tauchgänge unter realen Bedingungen geeignet ist.
Allerdings verlieren Uhren mit der Zeit Ihre Wasserdichtheit, denn die Dichtungen altern auch in einer Taucheruhr.
Tipp: Bevor man die Uhr einem solchen Szenario aussetzt, am besten den Uhrmacher vor Ort den Status der eigenen Uhr checken lassen und ggf. die Dichtungen erneuern.
Waterproof und Water resistant
Der Begriff „waterproof“ bei Armbanduhren ist historisch und wird heute offiziell nicht mehr verwendet. Früher haben Hersteller damit signalisiert, dass eine Uhr gegen das Eindringen von Wasser geschützt sei. Der Ausdruck war allerdings missverständlich, weil er den Eindruck erweckte, eine Uhr sei völlig und dauerhaft wasserundurchlässig, was in der Praxis technisch nicht möglich ist.
Aus diesem Grund wurde der Begriff in vielen Ländern – unter anderem in der Schweiz und der EU – rechtlich untersagt und durch den klareren Ausdruck „water resistant“ (wasserdicht im Sinne von widerstandsfähig gegen Wasser bis zu einer bestimmten Druckstufe) ersetzt.
Heute findet man „waterproof“ höchstens noch auf sehr alten Uhren oder bei Herstellern, die den Begriff aus Marketinggründen nutzen, obwohl korrekt nur „water resistant“ mit einer konkreten Angabe in Metern oder Bar wäre (Tabelle).
| Wikipedia: Wasserdichtigkeit / Uhren | LINK |
Bildquelle: Lizenzfreie Bilder bei Prexels.com
