Magnetfeld Resistenz
Die Magnetfeldresistenz bei mechanischen Uhren ist ein entscheidender Faktor für ihre Ganggenauigkeit und Zuverlässigkeit im Alltag. Mechanische Uhren bestehen aus zahlreichen feinen Komponenten, darunter die Unruhspirale, Hemmung und diverse Zahnräder – allesamt aus metallischen Materialien gefertigt. Wenn diese Teile einem Magnetfeld ausgesetzt sind, können sie magnetisiert werden. Das führt dazu, dass sie entweder aneinander haften, in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt werden oder sich die Unruhspirale zusammenzieht. In der Praxis äußert sich das meist in einem stark beschleunigten oder verlangsamten Gang, mitunter auch im vollständigen Stillstand der Uhr.
Das Problem ist weit verbreitet, denn Magnetfelder treten in unserem Alltag ständig auf – sei es durch Smartphones, Laptops, Lautsprecher, Küchengeräte oder selbst durch magnetische Taschenverschlüsse. Eine kurzzeitige Magnetisierung kann bereits ausreichen, um die Ganggenauigkeit empfindlich zu stören. Besonders problematisch ist dies bei mechanischen Uhren, weil ihr Uhrwerk auf extrem feinen Toleranzen basiert und keine digitale Korrektur möglich ist.
Um diesem Problem entgegenzuwirken, greifen Hersteller zu verschiedenen Lösungen. In der klassischen Uhrmacherei setzte man früher auf sogenannte Weicheisenkäfige, also innere Schutzgehäuse um das Werk, die Magnetfelder abschirmen. Diese Methode ist heute noch in manchen robusten Uhren – etwa für Piloten oder Techniker – zu finden. Modernere Ansätze konzentrieren sich auf die Verwendung amagnetischer Materialien in den kritischen Werkteilen. Vor allem Silizium hat sich als revolutionär erwiesen. Es wird für Spiralfedern und andere Komponenten eingesetzt, da es von Natur aus unempfindlich gegenüber Magnetismus ist und zudem nicht korrodiert. Auch spezielle Legierungen wie Glucydur oder Nivarox werden verwendet, um magnetische Einflüsse zu reduzieren.
Die Bedeutung der Magnetresistenz hat in den letzten Jahren zugenommen, weil die Dichte magnetischer Felder im Alltag gestiegen ist. Hersteller wie Omega, Rolex oder IWC investieren gezielt in Forschung und Zertifizierungen wie METAS, die garantieren, dass Uhren auch bei starken Magnetfeldern zuverlässig funktionieren. Beispielsweise vertraut die Firma Union Glashütte vertraut hierbei schon länger auf Silizium Spriralfedern. Für den Träger bedeutet das: eine höhere Alltagstauglichkeit, weniger Servicebedarf und vor allem ein beruhigendes Gefühl, dass die Uhr auch unter modernen Bedingungen präzise bleibt.
| Wikipedia Magnetismus: | LINK |
